Singepaten

 

Faltblatt am Beispiel des KCV Harburg-Winsen:

 

 

 

Nachstehender Text zum Ausdrucken: Singepaten

 

Eine schöne Aufgabe für unsere Sängerinnen und Sänger ist das Weitergeben von Gesang an Kinder.

Die Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland setzt sich seit 1999 für das Singen mit Kindern ein. Menuhin bezeichnete das Singen als eigentliche Muttersprache und hat damit einen großen Anteil an der Förderung des Singens mit Kindern.

Der Gedanke bestand zunächst darin, unsere Volkslieder auch an Kinder und Enkelkinder weiter zu geben. Den Sänger/innen aus unseren Chören sind diese Lieder ja zum großen Teil bekannt und so haben sich Menschen zusammen gefunden, die diese Aufgabe ehrenamtlich unterstützen.

Ein Nebeneffekt ist das Überbrücken von Generationen.

Die Kinder in den Kindergärten freuen sich auf den Besuch der Senioren, die mit ihnen musizieren und die Senioren freuen sich über die Lebendigkeit der Kinder, das Lachen mit ihnen und die Wertschätzung ihres Einsatzes. Sie sind oft erstaunt über die Leistungsfähig-keit der Kinder, das Interesse und die Begeisterung für den Gesang.

Im Landkreis-Harburg unterstützt die Kontaktstelle Musik den Einsatz der Singepaten. Es werden regelmäßig Seminare angeboten, in denen Interessierte auf ihre Aufgaben vorbereitet werden. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Den Interessenten werden Kenntnisse zum Umgang mit den Kindern, Stimmbildung und Lied-Erarbeitung während eines Wochenendseminars vermittelt.

Neue Interessenten werden schon erfahrenen Singepaten zugeteilt und gehen in Gruppen zu fünft einmal wöchentlich in einen Kindergarten um mit den Kindern und Erzieherinnen zu singen.

Bei den Gesprächen über kindgerechtes Singen wird immer wieder erwähnt, dass unsere Erzieher/innen oft keine musikalischen Kenntnisse haben. Sie trauen sich auch nicht zu singen, weil sie es selbst nicht gelernt haben. Durch die Singepaten werden hier „Löcher gefüllt“ und auch Interessen geweckt, sich im Singen weiter zu bilden. Die Singepaten singen nicht nur, sie lernen auch, ihren Gesang durch Bewegungen und Orffsche Instrumente zu unterstützen.

 

Die Kontaktstelle Musik gibt es im Landkreis Harburg seit 2008.

Die Singepaten dieser Kontaktstelle wurden 2016 mit dem Joachim-Schuster-Förderpreis des KCV Harburg-Winsen ausgezeichnet. Über 60 Singepaten sind hier inzwischen unterwegs und die Tendenz ist steigend. Auch die Nachfrage von Kindergärten zu dieser Förderung ist ungebrochen.

 

Auch in anderen Bundesländern sind Singepaten aktiv.  Wir sind durch „Canto elementar“  aus Hamburg darauf aufmerksam geworden. Professor Hermann Rauhe gehört hier seit 2002 zu den größten Förderern.

In Baden-Württemberg wird diese Bewegung durch die Stiftung „Singen mit Kindern“ unterstützt. Auch in Berlin gibt es Kitas, die diese Einrichtung nutzen und sicher sind andere Bundesländer/Institutionen hier aktiv.

Die Ausbildung der Singepaten wird durch Stiftungsgelder oder den Kontaktstellen Musik oder durch Spenden finanziert. Die Singepaten sind ehrenamtlich tätig. Es müssen also nicht unbedingt große finanzielle Mittel aufgewandt werden, um das Singen mit Kindern zu fördern.

Als ich vor ein paar Jahren mit einer Chorleiterin darüber gesprochen habe, meinte sie, da kommt aber keine Qualität zustande. Die Singepaten seien keine ausgebildeten Sänger. Nach meiner Meinung geht es auch nicht darum. Es geht darum, Kinder zum Singen zu bringen, ihr Interesse für Musik und in diesem Fall am Singen zu wecken. Alles andere kann später kommen.

Berichte über Vorteile des Singens gibt es mehr als genug. Lasst uns alles Erdenkliche tun, um diese Entwicklung zu fördern.

 

Monika Sander.