LMQ Lingen: Demnächst mit einer Frau an der Spitze / zu Gast in der „Plattenkiste“

 

Männerquartett beim NDR

Viel zu er­zäh­len gab es in der Sen­dung „Plat­ten­kis­te“ bei NDR 1 Nie­der­sach­sen. Am Diens­tag zwi­schen 12 und 13 Uhr un­ter­hiel­ten sich Win­fried Au­bre­vil­le, Hans-Uwe Sieb­ert und Man­fred Hüs­ken mit Mo­de­ra­to­rin Mar­ti­na Gi­li­ca über 65 Jah­re Män­ner­quar­tett in Lin­gen.

pm Lin­gen. „In­zwi­schen ist aus dem ein­sti­gen Quar­tett längst ein gro­ßer Chor ge­wor­den, auch wenn der Na­me er­hal­ten blieb: 30 Män­ner sin­gen im Lin­ge­ner Män­ner­quar­tett. 1952 wur­de das Dop­pel-Quar­tett ge­grün­det – und der Zu­lauf war so groß, dass die Zahl ein­fach grö­ßer wur­de“, er­zähl­te Hans-Uwe Sieb­ert in der Sen­dung. Auch au­ßer­halb der Übungs­aben­de hät­ten die Män­ner Spaß mit­ein­an­der, be­rich­tet Win­fried Au­bre­vil­le – er schät­ze die Har­mo­nie in der Grup­pe. „Wer re­gel­mä­ßig singt, lebt ge­sund“, sag­te er über­zeugt und er­gänz­te la­chend: „Das soll­te ärzt­lich ver­ord­net wer­den.“ Er kam 1991 da­zu und lobt die Cho­rar­beit. Sei­ner Mei­nung nach un­ter­stützt Sin­gen das At­mem und för­dert zu­dem die Ge­dächt­nis­leis­tung. Man­fred Hüs­ken sang zu­nächst in ei­nem Kir­chen­chor. Als ihn 1981 ein Freund an­sprach, pro­bier­te er es beim Lin­ge­ner Män­ner­quar­tett und blieb seit­her da­bei. Der An­reiz war un­ter an­de­rem ei­ne Fahrt nach Finn­land – und die er­leb­te er gern mit.

Ein­mal pro Wo­che, im­mer am Mitt­woch, tref­fen sich die Sän­ger zur Pro­be mit ei­nem Pia­nis­ten. Der Chor­lei­ter sei streng und von Be­ruf Leh­rer, al­so weiß er, wie er mit klei­nen Jun­gen um­ge­hen muss, schmun­zel­te Hans-Uwe Siebert. Es sei nicht ein­fach, mo­der­ne Songs für Män­ner­chö­re zu fin­den. Auch au­ßer­halb der Pro­be üb­ten die Sän­ger selbst­ver­ständ­lich, auch wenn nicht al­le No­ten le­sen kön­nen. Denn im­mer wie­der gin­gen sie auch zu Wett­be­wer­ben, und dann woll­ten sie per­fekt sein. Zum En­de des Jah­res wer­de der Chor­lei­ter je­doch nach 16 Jah­ren auf­hö­ren. Dann kommt erst­mals ei­ne Frau, und das wer­de si­cher ei­ni­ges än­dern, mut­maß­ten die Gäs­te in der Sen­dung fröh­lich.

In­ter­na­tio­na­le Auf­trit­te.

So­gar im Haus des NDR ha­ben die Män­ner schon ge­sun­gen und Prei­se ge­won­nen, wa­ren auch zu Wett­be­wer­ben in den Nie­der­lan­den oder in Wa­les un­ter­wegs. „Man ist auf­ge­reg­ter“, gab Man­fred Hüs­ken zu. In Dres­den durf­ten sie schon in der Frau­en­kir­che sin­gen. Zu­erst ging es nur um fünf Mi­nu­ten, doch dann durf­ten sie so­gar ei­ne hal­be Stun­de sin­gen. Das ha­be ih­nen sehr gut ge­fal­len. Gern er­in­ner­ten sie sich auch an ei­nen Auf­tritt bei zwei Got­tes­diens­ten in der Brüs­se­ler Kat­he­dra­le. Auch mit Flo­ri­an Sil­ber­ei­sen hät­ten sie schon ge­sun­gen. Im Früh­jahr 2017 tra­ten sie zu­sam­men mit ei­ner Big Band auf.

Wer das Lin­ge­ner Män­ner­quar­tett li­ve er­le­ben will, hat schon in gut zwei Wo­chen die Ge­le­gen­heit: Dann tre­ten sie auf beim Ad­vents­kon­zert am 8. De­zem­ber um 19.30 Uhr in der Kreuz­kir­che in Lin­gen.

Winfried Aubreville.