Künstlersozialversicherung (KSV)

 

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Künstlersozialversicherung (KSV), Sitz Wilhelmshaven

Das Ziel der KSV ist die Förderung und finanzielle Versorgung freischaffender Künstler. Künstlerische Betätigung hat grundsätzlich Künstler-Sozialversicherungsabgabepflicht zur Folge. Die Überwachung / Betriebsprüfung erfolgt über die Deutsche Rentenversicherung.

 

Wer ist zur Abgabe an die KSV verpflichtet?

1.Sie sind generell künstlersozialabgabepflichtig, wenn Sie Künstler in einem von Ihnen abhängigen Dienstverhältnis beschäftigen.

Im Bereich unserer Amateurchorszene besteht in der Regel weder ein Unternehmertum im Sinne § 24 Abs 2 des Künstlersozialabgabegesetzes, noch eine auf Dauer angelegte Gewinnerzielungsabsicht. Von daher ist der Tatbestand der Abgabepflicht im Amateurchorbereich die Ausnahme. Er ist aber dann gegeben:

 

Machen Sie mehr als 3 Auftritte im Jahr mit hauptberuflichen oder in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis zu Ihnen als Veranstalter stehenden Künstlerin oder Künstlern, egal welcher Kunstrichtung, so sind Sie künstlersozialabgabepflichtig, wenn das Honorar an die Künstlerin / den Künstler / die Künstler im Jahr zusammen insgesamt 450,– € übersteigt. In anderen Fällen sind Sie nicht künstlersozialversicherungsabgabepflichtig.

Die KSV wird zu Lasten des Veranstalters in Höhe von ca. 4,8 % (Stand 2017) nach einem komplexen Berechnungssystem ermittelt.

Der Staat hat die bisherige Förderung der KSV von früher 30 % über 25 % auf 20 % gekürzt.
Daher das verstärkte Ansinnen der KSV, andere Geldquellen aufzutun.

Die KSV würde auch gerne die Laienchor-Chorleiterinnen und –Chorleiter mit der Künstler-Sozialversicherungsabgabe belegen und versucht dies in unregelmäßigen Aktionen auch immer wieder. Andererseits würde die KSV, bezogen auf die ehrenamtlich gegen Aufwandsentschädigung arbeitenden Chorleiterinnen und Chorleiter in unseren Laienchören, eine erhebliche Belastung bedeuten. Argumentation der Chororganisationen: die Chorleiterinnen und Chorleiter unserer Laienchöre sind bereits durch ihren Hauptberuf sozialversichert.

 

Was ist, wenn Sie angeschrieben werden?

  1. Sie haben als Veranstalter mehr als 3 Veranstaltungen mit hauptberuflichen oder bei Ihnen abhängig beschäftigten Künstlern getätigt (siehe oben), dann sind Sie abgabepflichtig im Sinne des Künstlersozialversicherungsgesetzes.
  2. Sie haben nicht mehr als drei Veranstaltungen in vorgenanntem Sinne durchgeführt, werden aber dennoch angeschrieben:

Werden Sie als Chor von der Künstlersozialversicherung (KSV) angeschrieben, ohne dass Sie die oben genannten mehr als drei Veranstaltungen mit Künstlern gemacht haben, dann nichts „freiwillig“ unternehmen. Machen Sie bitte auf keinen Fall Zusagen, tätigen Sie auf keinen Fall Zahlungen. Antworten Sie maximal mit dem Satz: „Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben Ihr Schreiben vom TT.MM.JJJJ an den Chorverband Niedersachsen-Bremen weiter geleitet. Mit freundlichen Grüßen.“ Schreiben Sie auf keinen Fall mehr.

Kopien des vollständigen Briefwechsels geben Sie unverzüglich über Ihren Kreischorverband / Sängerbund (an diesen zur Kenntnis und) zur weiteren Bearbeitung an den Chorverband Niedersachsen – Bremen e. V. (CVNB), Postfach 10 65 20 in 28065 Bremen, Telefon 0421 32 36 99 oder E-Mail: info@cvnb.de
So erfährt der Chorverband Niedersachsen-Bremen (CVNB) von der Häufigkeit und den Orten, wo die KSV sich engagiert und kann entsprechend handeln.

 

Das Gesetz

Im § 24 Abs 2 des Künstlersozialabgabegesetzes heißt es, Zitat:

„(2) Zur Künstlersozialabgabe sind … Unternehmer verpflichtet, die nicht nur gelegentlich Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilen, um deren Werke oder Leistungen für Zwecke ihres Unternehmens zu nutzen, wenn im Zusammenhang mit dieser Nutzung Einnahmen erzielt werden sollen. Werden in einem Kalenderjahr nicht mehr als drei Veranstaltungen durchgeführt, in denen künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen aufgeführt oder dargeboten werden, liegt eine nur gelegentliche Erteilung von Aufträgen im Sinne des Satzes 1 vor. Satz 1 gilt nicht für Musikvereine, soweit für sie Chorleiter oder Dirigenten regelmäßig tätig sind.“ Zitat Ende.

Das gleiche gilt für Juroren bei Chorwettbewerben.

 

Wie kann der Chor vorsorgen?

Jeder Chor soll mit seinem Chorleiter einen Chorleitervertrag abschließen. Darin muss festgehalten werden, dass der Chorleiter weder Angestellter des Chores ist, noch in finanzieller Abhängigkeit zum Chor steht. Denn abhängige Beschäftigung zieht sofortige Pflicht zur KSV nach sich. Verträge des Chores mit seinem Chorleiter auf 450-€-Basis unterliegen der steuerrechtlichen Regelung der „geringfügigen Beschäftigung“ mit den entsprechenden Nebenkosten und Meldepflichten.

Aufwandsentschädigungsvertrag mit dem Chorleiter bis zur derzeit steuerunschädlichen Höhe von derzeit 2.400 € / Jahr abschließen (eventuell in Kombination mit dem Chorleitervertrag). Der Chorleiter ist für seine sozialversicherungsrechtlichen und steuerrechtlichen Belange alleine zuständig.

Dieses Thema ist auch Bestandteil des Seminars „Versicherungen“ im Chorverband Niedersachsen-Bremen.

Ferdinand Emmrich.

 

Internetadressen der Künstlersozialversicherung:

http://www.kuenstlersozialkasse.de

auskunft@kuenstlersozialkasse.de

(z.B. nach Berufsgruppen, die als Künstler im Sinne des Gesetzes gelten)

abfrage@kuenstlersozialkasse.de