175 Jahre Chorverband Niedersachsen-Bremen
Präsentation des Chronik-Buches von Thomas Gatter, Nienburg
Das Buch des Nienburger Stadtarchivars F. Thomas Gatter: „Die Chorbewegung in Norddeutschland 1831 bis 2006 – Von den Vereinigten Norddeutschen Liedertafeln bis zum Chorverband Niedersachsen-Bremen“ wurde am 5. September 2007 im historischen Saal des Alten Rathauses in Nienburg in einem Festakt der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Buch ist ab sofort im Handel erhältlich. Es erschien unter Nr. 2439 im Eres-Verlag, Lilienthal und hat die ISBN-Nr. 978-3-87204-439-6. Preis 16 €. Mitglieds-Kreischorverbände /-Chöre können das Buch zu einem Vorzugspreis über die Geschäftsstelle des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen erwerben.
Genau ein Jahr nach dem vom 1.-3. Sept. 2006 in Nienburg mit vielen öffentlichen Veranstaltungen gefeierten 175-jährigen Jubiläum des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen, erschien nun das populär-wissenschaftliche Werk. Es umfasst nicht nur die 175 Jahre Geschichte der Laienchorbewe-gung ab Beginn 1831 bis heute, sondern ist ein unverzichtbares Dokument der Kultur- und Zeitgeschichte Norddeutschlands.
Der Gemischte Chor Steimbke, unter der Leitung von Valentina Rump, wusste mit passenden Chorsätzen den Festakt wohlklingend zu eröffnen.
Bürgermeister Henning Onkes hieß die Gäste, unter ihnen Landrat Eggers und das Präsidium des Chorverbandes, sowie Vertreter der Kreischorverbände und anderer öffentlicher Institutionen in Nienburg herzlich willkommen. Onkes sprach in seiner Begrüßung vom „Netzwerk zwischen Chorverband und der Stadt Nienburg“, aufgrund der vielfältigen Veranstaltungen in den letzten Jahren.
Hans-Jürgen Ollech, Präsident des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen, begrüßte alle Repräsentanten der Stadtverwaltung, den Vor-Bürgermeister Peter Brieber, die Jubiläums-Sponsoren und die zahlreichen Vertreter des Chorwesens. Ollech bedankte sich für die immer wieder herzliche Aufnahme des Chorverbandes im schon vertrauten Nienburg. Er zeichnete einige Stationen des Jubiläums in 2006 nach, das im Buch von Thomas Gatter den epochalen Abschluss bildet. Der Chorverband als größte Laienkulturbewegung in Niedersachsen und Bremen ist ein modern ausgerichteter, aktiver Dienstleister und Repräsentant für die Chöre. Ollech belegte dies mit eindrucksvollen Beispielen. Weitere Veranstaltungen in Nienburg werden folgen.
Im Mittelpunkt des Tages stand nach der öffentlichen Präsentation der ersten Buchexemplare durch den Verbandspräsidenten die kleine Festansprache des Autors F. Thomas Gatter, der auch das dem Stadtarchiv angegliederte Chorverbandsarchiv leitet. Das Chorverbandsarchiv hat sich zum reichhaltigen Fundus für Interessierte entwickelt. Trotz Krankheit liess Gatter es sich nicht nehmen, bei seiner Buchpräsentation dabei zu sein. In lockerer Form umschrieb er die Entstehung des bürgerlichen Chorwesens, dessen Umfeld nach der Französischen Revolution und die Einflüsse auf den Alltag. Er beschrieb, welche Bevölkerungsschicht damals Mitglied der „Liedertafeln“ war.
Parallel dazu die Entstehung von Arbeiterchören mit neuen kulturellen Strömungen.
„Utopie der Lieder“ oder Suche nach Geborgenheit in der technisierten Welt jeder Epoche?
Nienburg, auf der Mitte zwischen Bremen und Hannover gelegen, war der ideale Treffpunkt und Ausgangspunkt der chormusikalischen Entwicklung der norddeutschen Region. Gesang hat auch hier moralische und politische Kraft entwickelt.
Zitat des Bucheinbandes: „Der Chorverband Niedersachsen-Bremen ist der zweitälteste der deutschen Sängerbünde. Denn er ging hervor aus dem Sängerbund Nordwestdeutschland, der wiederum auf den Bund der Vereinigten Norddeutschen Liedertafeln, gegründet 1831 in Nienburg, zurückgeht. Die Geschichte des Chorverbandes seit jenen Anfängen wird in diesem Buch erzählt. Der Chorgesang entfaltete sich entsprechend den gesellschaftlichen Bedingungen der jeweiligen historischen Epoche und im Einklang mit seinem sozial-kulturellen Umfeld. Als Medium der Geselligkeits- und Trinklieder, der Lieder der Studenten und Handwerker und schließlich der Lieder des bürgerlichen und am Ende soldatischen Patriotismus, wurzelte der Männergesang in der Romantik. Er entwickelte sich parallel zum Heranwachsen des Bürgertums, zur Ausdehnung der städtischen Bevölkerung und ihrer Lebensstile und zur Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Frauenchöre kamen hinzu, insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg und gemischte Chöre bildeten sich. Dieser Wandel fand seinen Widerhall auch in der Liedliteratur bis hin zur Öffnung für internationale, insbesondere folkloristische Einflüsse in der Gegenwart.“ Zitat Ende.
Lang anhaltender Beifall war der Ausdruck des Dankes nicht nur für den Vortrag, sondern für das nun fertig vorliegende Buch. Ergänzend gilt Thomas Gatter und seinem Team der Dank für die hervorragende Ausstellung „Haltet Frau Musika in Ehren“, die im September 2006 der Öffentlichkeit zugänglich war und gute Besucherresonanz fand.
Das nun vorliegende Buch ist nicht einfach nur eine historische Darstellung mit wichtigen Urkunden und Fotos, sondern dank Gatters enormen Detailwissens, seiner akribischen Recherche und dem unbedingten Willen, das Werk fertig zu stellen, ist das Buch eine unschätzbare Bereicherung für die dokumentarische Darstellung des Chorwesens. So betonte es Prof. Ernst Folz, Vizepräsident des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen. Folz, der selber wichtige Teilbeiträge zum Buch lieferte, beriet und unterstützte Thomas Gatter mit seinem fundierten verbandsgeschichtlichen Wissen über die Chorbewegung ab 1945 bis heute. Das Deutsche Chorarchiv in Nürnberg wurde im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört. Der Deutsche Chorverband hat in Feuchtwangen ein neues Archiv aufgebaut. Die Größe, Vielfalt und Geschichtsträchtigkeit des norddeutschen Chorwesens macht aber das bereits in den 1990er Jahren entstandene Chorverbandsarchiv in Nienburg erforderlich. Es ist über heute hinaus der richtige Aufbewahrungsort, um Zeitdokumente geschichtlich zu bewahren und zugänglich zu machen.
Ernst Folz berichtete von der Entstehung des Buch-Projektes, von kleineren und größeren Schwierigkeiten, die letztlich aus der Notwendigkeit überwunden wurden, die Lücke in der Darstellung der Historie zu schliessen. „Geschichte darf nicht vergessen werden, daher ist dieses Buch erforderlich.“ Bei der Fülle des Stoffes, sei hier ein Werk entstanden, das einerseits die Zeit unvergesslich aufbereite, andererseits noch in handliches 224 Seiten Buchform zu pressen war. Und Folz wusste vom 150-jährigen Jubiläum in 1981 unter dem in der Ausstellung gewürdigten Präsidenten Faltus zu berichten, als man die Lücke der fehlenden geschichtlichen schriftlichen Darstellung spürte. Zur Anschubkraft und wichtigen Fundquelle wurden auch die gut dokumentierten Unterlagen der Nienburger „Liedertafel“. Und so sind wir dankbar, dass heute dieses Werk vorliegt. Und zu Thomas Gatter gewandt sagte er: „Herr Gatter, wir beide wissen, wie glücklich wir heute sind und wollen alle daran teilhaben lassen!“
Das empfehlenswerte Buch ist das Standardwerk für die Beschreibung der neuzeitlichen weltlichen Laienchorbewegung und damit für einen wesentlichen kulturellen Bereich in Norddeutschland. In Verbindung mit dem Archiv in Nienburg deckt es die Ansprüche der Interessenten an verlässlichen Informationsquellen ab. Und nicht zuletzt ist das Buch auch ein Teil der Stadtgeschichte Nienburgs.
In seinen Dankesworten an die gastgebende Stadt Nienburg und die Anwesenden stellte Präsident Hans-Jürgen Ollech das Buch zusammenfassend als „Nachschlagewerk für die Generationen“ heraus. Blumensträuße als äußeres Zeichen des Dankes gab es für die am Gelingen dieser gehobenen Veranstaltung Beteiligten.
Den passenden harmonischen musikalischen Abschluss bildete der Gemischte Chor Steimbke unter der Leitung von Valentina Rump.
Unaufdringlich waren zeitbegleitende Dokumente und Fotografien aus dem Archiv auf zahlreichen Stelltafeln im historischen Ratssaal ausgestellt. Symbolisch waren damit die Menschen, die die Chorbewegung mit prägten, an der Veranstaltung beteiligt. Denn nicht uns gebührt der Dank für 175 Jahre Chorwesen in Niedersachsen und Bremen, sondern unseren Vorgenerationen.
Für eine spätere Folgedokumentation könnte dies der Auftakt sein.
Das Buch und / oder eine vollständige Foto-CD können Sie über die Geschäftsstelle des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen erwerben.
Text und Fotos von F.E.
Nachfolgend der Pressebericht aus der Nienburger Tageszeitung "Die Harke":
chronikbuchpresseharke06.09.2007.doc [1.896 KB]
und Fotos:
Danke an den gemischten Chor "Harmonie" Steimbke. Unter der Leitung von Valentina Rump umrahmte er die festliche Veranstaltung mit mit passenden Chorstücken.
Aufmerksame Zuhörer. Heike Groth, Schatzmeisterin und die Vizepräsidenten Gerhard Reese und Armin Goede vom Chorverband Niedersachsen-Bremen.
Grußworte zum Festakt. Bürgermeister Henning Onkes sprach von der Vernetzung der Stadt Nienburg mit dem Chorverband.
Hans-Jürgen Ollech, Der Präsident des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen verband das 175-jährige Jubiläum mit der Publikation des Chronikbuches.
Der Buchautor F. Thomas Gatter liess es sich trotz Krankheit nicht nehmen, bei der Publikation seines Buches dabei zu sein. Er stellte einige Passagen des Werkes beispielhaft vor und bekam verdienten Beifall für seinen Vortrag und die Chronik.
Dank an Thomas Gatter. Präsident Hans-Jürgen Ollech dankte Thomas Gatter namens des Chorverbandes. Schatzmeisterin Heke Groth überreichte einen Blumenstrauß.
Wichtige Impulse und Informationen zum Buch brachte Prof. Ernst Folz zur Geschichte des Chorwesens ab 1945 in die Chronik ein. Er berichtete von kleinen und großen Hindernissen. Letztlich aber krönt der heutige Tag mit dem Vorliegen des fertigen Buches alle Arbeit.
Die ersten Buchübergaben nahm Chorverbandspräsident Hans-Jürgen Ollech vor. Im Bild an Landrat Eggers ...
... und an den Altbürgermeister Peter Brieber. Im Vordergrund links: Buchautor Thomas Gatter, rechts: Wolfgang Lange, Leiter des Kuturamtes der Stadt Nienburg.
Ein Blumenstrauß für Valentina Rump, die Chorleiterin von "Harmonie" Steimbke. Im Vordergrund Kreischorverbandsvorstand Wesermündung, Wilfried Sorgenfrei und Begleitung.
Dank an Conny Kramer von der Stadtverwaltung Nienburg für die Organisation des heutigen Festaktes. Präsident Hans-Jürgen Ollech überreicht Ihr einen Blumenstrauß,was den Bürgermeister Henning Onkes sichtlich freut.
Die Verantwortlichen: Horst Schwager, 1. Vorsitzender des Kreischorverbandes Nienburg und Volker Rollenbeck, Kreischorleiter.
Gruppenbild: Horst Schwager (KCV Nienburg), Landrat Eggers, Heidi Winter (KCV Stolzenau), Chorverbandspräsident Hans-Jürgen Ollech, Buchautor und Stadt-/Verbandsarchivar Thomas Gatter, Bürgermeister Henning Onkes, Prof. Ernst Folz (Vizepräsident des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen), Peter Brieber (vormaliger Bürgermeister der Stadt Nienburg).





