Aus dem KCV Lüneburg

Zum Chorfest am 26.10.2019 im Libeskind-Auditorium der Leuphana Universität Lüneburg

Zum ausdrucken: 26.10.2019 Bericht über das Chorfest in Lüneburg

Foto: t&w – Libeskind-Zentralgebäude – Chor-Konzert Chorfest des Kreis-Chorverband Lüneburg – Tartu Üliõpilassegakoor, unter dem Dirigat der Chorleiterin Küllike Joosing.

 

Der Kreis-Chorverband Lüneburg hatte, in Kooperation mit dem Lions Club Lüneburg und der Deutsch-Estnischen Gesellschaft zu Lüneburg, fünf Chöre zu einem Konzert in das Libeskind-Auditorium der Leuphana Universität Lüneburg eingeladen: den estnischen gemischten Studierenden-Chor Tartu Üliõpilassegakoor, das österreichische Ensemble Harmonie-Zell aus Zell/See, und drei Lüneburger Chöre: die Frauenchöre L’Ohreley und MissTöne sowie den Pop-Chor LoChorMotion. Im Vorfeld hatte es Bedenken gegeben, ob man denn das mehr als 1000 Personen fassende Auditorium füllen könnte, doch die Bedenken wurden am Aufführungsabend schnell zerstreut: Das Libeskind-Auditorium war übervoll – einige Zuschauer mussten zunächst auf den Stufen Platz nehmen.

Die Resonanz im Publikum auf das Konzert war überwältigend – mehrfach zwischendurch und auch am Ende der Veranstaltung gab es stehende Ovationen.

Die Veranstaltung wurde eröffnet vom Präsidenten des Lions Club Lüneburg, Thorsten Schnell, der auch den Zweck des Benefizkonzerts noch einmal herausstrich: Der Erlös der Spendensammlung wird zum einen dem Kindermittagstisch SaliNoon im Lüneburger Salino, zum anderen dem Altenheim Aarike bei Tartu zugutekommen. Oberbürgermeister Mädge kam wegen einer anderweitigen Verpflichtung erst verspätet zum Konzert; das Grußwort sprach in Vertretung Sozialdezernentin Pia Steinrücke, die von der Publikumsresonanz beeindruckt war und hervorhob, dass es eine derartige Veranstaltung in Lüneburg bisher nicht gegeben habe.

Die beiden Gastchöre aus Tartu und Zell/See begeisterten das Publikum ungemein. Bei dem estnischen Chor war es vor allem der feine und unglaublich kultivierte Chorklang, der den Zuschauern von Beginn an unter die Haut ging. Dabei war es unerheblich, dass kaum jemand im Saal den estnischen Text verstand. Von vielen Chorsängern, die sich im Auditorium befanden, wurde die Qualität dieses Chors als beispielgebend empfunden. Die einzelnen Lieder wurden von einer Sängerin des Chors, die mit ihrer charmanten Art das Publikum sofort für sich einnahm, kurz auf Deutsch erklärt. Das österreichische Ensemble, sieben stimmsichere Männer, begeisterte das Publikum mit amüsanten und klanglich hervorragenden Beiträgen, die in der Art der Comedian Harmonists präsentiert wurden.

Mit einem bezaubernden Begrüßungslied startete der Frauenchor L’Ohreley, ein Chor, der durch seine abwechslungsreichen Themen und seinen schönen Klang das Publikum sofort für sich einnahm.

Der Frauenchor MissTöne präsentierte mutig und sehr überzeugend mit a-capella-Gesang in einer schönen Wiedergabe deutsche Lieder und internationale Popsongs.

Und dann LoChorMotion: Nach einem Ausflug in das romantische Liedrepertoire startete ein Angriff auf die Lachmuskulatur, und es endete mit einem furiosen Queen-Song, wobei, wie bei diesem Chor üblich, Gesang und Choreographie auf höchstem Niveau präsentiert wurden.

Zum Abschluss sangen alle Chöre gemeinsam die Europahymne „Freude, schöner Götterfunken“ – ein wirklich sinnbildhafter Schlusspunkt unter ein Konzert mit europäischem Format, das Freude in die Gesichter der Beteiligten wie der Zuschauer zauberte.

Wunderbar war auch zu sehen, dass die Chöre rasch Kontakt zueinander fanden. Nach dem Konzert wurde noch lange abwechselnd und gemeinsam gesungen und es wurden Ideen für gemeinsame Konzerte ausgetauscht.

Der begeisterten Publikumsreaktion sowie den Gesprächen während der Pause und nach der Veranstaltung war klar zu entnehmen, dass dieser Abend nicht nur eine wunderbare Werbung für den Chorgesang im Allgemeinen und für die beteiligten Chöre war, sondern dass auch der Wunsch besteht, dass derartige Veranstaltungen häufiger stattfinden.

Dr. Franz Peter Schmitz